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Die Wasserweihe

Erlebnisbericht zur „Wasserweihe“ in der Russisch-orthodoxen Auferstehungskirche am 25. August 2016.

Am heissen 25. August 2016 fanden sich Interessierte in der russisch-orthodoxen Auferstehungskirche zur Teilnahme an einer kleinen «Wasserweihe» ein. Ab 18.00 Uhr waren die Gäste eingeladen, Pater Kosma aus der serbisch-orthodoxen Kirche und dem Diakon der Auferstehungskirche, Daniel Schärer, bei einer Wasserweihe zuzusehen. In der kühlen Kirche sahen sie Pater Kosma ein goldenes Kreuz ins Wasser tauchen. Durch diesen Akt wurde das Zürcher Leitungswasser zu heiligem Wasser, mit dem die Gäste anschliessend bespritzt und dadurch gesegnet wurden. Beim Verlassen des Kirchenraumes machte der Diakon im Eingangsbereich der Kirche auf einen grossen bronzenen Wasserspender aufmerksam, in den das geweihte Wasser eingefüllt wird, damit die Gläubigen davon nach Hause nehmen können. Just in diesem Moment war eine Frau dabei, heiliges Wasser in mehrere grosse Petflaschen abzufüllen. Zuhause wird sie das Wasser für das Backen von Festtagskuchen, das Segnen der Wohnung oder einfach zum Trinken verwendet haben. Im Gemeinschaftsraum sammelten die Teilnehmer ihre Fragen und Eindrücke auf Flippcharts, die dann als Grundlage für die thematische Einführung in die Wasserweihe dienten. Basierend auf den christlichen Schriften führte eine Klärung der symbolischen Bedeutung von Wasser zu Informationen zur „grossen Wasserweihe“ über, die jedes Jahr am 19. Januar mit einem Tauchbad im kalten Zürichsee gefeiert wird. Erinnert wird damit an die Taufe Christi im Jordan. Je nach Kultur wird dieser Gedenktag unterschiedlich begangen. Im warmen Äthiopien wird mitten auf dem Kirchenplatz gebadet, im kalten Russland wird eine Kreuzform ins Eis gesägt. Davon, wie kalt der 19. Januar in der Schweiz sein kann, zeugte ein kurzer Dokumentarfilm der NZZ, in dem ein warm eingepackter Daniel Schärer dem Reporter die gerade stattfindende grosse Wasserweihe erklärte. Nach dem abschliessenden russischen Essen freuten sich alle Gäste über die noch sommerlichen Temperaturen des späten Abends in Zürich.

 

Denise Perlini-Pfister