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Klangfenster Christentum

Multikultureller Lobpreis. Acht evngelische Kirchen aus allen Kontinenten - ein Halleluja. Ein Erlebnisbericht

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Bildnachweis: Copyright SRF

„Jeder solle sich frei fühlen, auf die Klänge und die Stimmung im Raum in seinem Tempo und seinem Temperament zu reagieren.“ Die Worte Hanna Kandals in der vom Zürcher Forum der Religionen organisierten Einführung zum Festgottesdienst des Zentrums für Migrationskirchen am ersten Adventssonntag weckten meine Neugier. Gleichzeitig sind sie für mich Sinnbild für die Offenheit und Vielfalt der Mitwirkenden und Teilnehmenden dieses Anlasses; Vielfalt bezüglich Herkunft, Sprache und christlicher Verortung. Zusammengehalten wurde der Gottesdienst durch die biblische Verheissung „Fürchte dich nicht“, die in den unterschiedlichsten Sprachen an den Wänden des grossen Gottesdienstraums angebracht wurde. Der Gottesdienst wurde von den Angehörigen der acht Migrationskirchen mitgetragen, die im Kirchgemeindehaus Wipkingen ihre Räumlichkeiten haben und die alle Himmelsrichtungen und eine Vielzahl von Sprachen in sich vereinen.

Mich überwältigten diese Mehrstimmigkeit und der charismatische Zugang zu Gott bereits bei den zu Beginn des Gottesdienstes gesungenen Lobpreisliedern. Der musikalische Lobpreis wurde dieses Jahr erstmals von einer gemischten Band begleitet, die sich aus Mitgliedern der portugiesischsprachigen Igreja Evangélica de Lingua Portuguesa de Zurique, der westafrikanischen Eglise Evangélique Missionaire Internationale à Zurich, dem nigerianischenDivine Power Restoration Center und der tamilischen OIKOS Church zusammensetzte.

In ihrer Begrüssung nahm Esther Imhof, Leiterin des Zentrums für Migrationskirchen, den Leitspruch „Fürchte dich nicht“ ein erstes Mal auf. Gerade in einem politischen Klima, das mit der Angst vor den Fremden und damit mit dem Feuer spiele, sei die Botschaft der Engel notwendiges Gegenwort und Hoffnung zugleich. In ihrer sehr persönlichen Predigt knüpfte Ana Maria Stäubli, Pastora der Iglesia Vida Eterna, an den Anfang der Weihnachtsgeschichte an: Als Maria vom Engel die Botschaft erhält, dass sie den Messias gebären werde. Nach der Fürbitte und dem vielstimmigen und vielsprachigen Unser Vater verwies der reformierte Kirchenratspräsident Michel Müller in seinem Grusswort darauf, dass die Engel oft nachts erschienen in der Bibel. „Darauf dürfen wir vertrauen. Auch als Kirche.“

Ein ganz besonderer Moment war das Abendmahl. Während die zahlreichen Gottesdienst­teilnehmenden gemeinsam das Lied „Nada te turbe“ sangen, wartete jeder Einzelne seinen Moment ab, um nach vorne zu gehen und das Abendmahl zu empfangen. In diesem starken Moment von gefühlter Gemeinschaft und gemeinsamem Teilen gab es wirklich nichts zu fürchten.

 

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Die gleiche Hoffnung und Kraft des Glaubens, welche die Angst überwindet, leuchtete im Schlusslied „We Shall Overcome“ nochmals auf, bevor das reichhaltige Buffet und Gespräche und Begegnungen warteten.

Virginia Suter Reich