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Christliche Köstlichkeiten

Erlebnisbericht zur Veranstaltung „Christliche Köstlichkeiten“ aus der Reihe "Gaumenfreuden" in der Predigerkriche in Zürich am 25. Oktober 2017

Pfarrerin Renate von Ballmoos und ihr katholischer Kollege Andreas Beerli luden am 25. Oktober in die Predigerkirche ein. Die Gäste wurden bereits zu Beginn mit wohlriechendem frischen Brot und Apéro-Getränk begrüsst. Rund 50 Gäste versammelten sich in der grossen Kirche, um nach einer Begrüssung von Renate von Ballmoos Informationen über die biblisch-theologischen Grundlagen christlicher Speisen zu hören. Es sei etwas enttäuschend, meinte Pfarrerin von Ballmoos, dass das Neue Testament keinerlei Speisegebote oder Verbote aufweise. Die Jesus-Bewegung fokussierte mehr auf innere Reinheit, die Reinheit des Herzens, als darauf, was gegessen wurde. Anhand von drei Bibelstellen vertiefte die Pfarrerin der Predigerkirche die freiheitliche Herangehensweise an Speiseregeln im Christentum. Abgerundet wurde der Teil mit dem traditionellen Tischgebet oder eben dem Gesang, der erklingt, bevor Christen mit dem Essen beginnen. Ein Tischlied aus der reformierten Tradition wurde mehrstimmig gesungen, bevor sich alle zur langen Tafel setzten.

Zur Vorspeise wurde eine wärmende Minestrone gereicht, wobei jede und jeder frei entscheiden konnte, auch ein Fleisch-Spiessli dazu zu nehmen. Nach dieser Vorspeise referierte Andreas Beerli am Tisch weiter. Er führte die Gäste auf einer kulinarischen Reise durch das Kirchenjahr. Viele traditionelle Speisen haben eine theologische Symbolik – wie zum Beispiel der Christstollen, welcher das in Windeln eingewickelte Jesus-Kind symbolisiert. Wenig bekannt ist auch, dass Spargelgerichte zu Auffahrt an die Reise Jesu von der Erde in den Himmel erinnern – der Spargel streckt sich aus der Erde dem Himmel entgegen. Auch amüsante Episoden aus der Kirchengeschichte wusste Andreas Beerli zu berichten. So zum Beispiel ist es in der katholischen Kirche erlaubt, in der Fastenzeit Kakao zu trinken, weil ein Papst einst das Getränk ohne weitere Zutaten probiert hatte und der Meinung war, dass es ekelhaft schmecke, weshalb das Konsumieren desselben in der Fastenzeit erlaubt wurde.

Während dem Hauptgang – Linsen mit Wurst und Trauben – fand ein reger Austausch zwischen den Gästen statt. Die Sitzordnung am schön dekorierten Tisch unterstütze die Gesprächsatmosphäre zusätzlich.

Zum Dessert wurde ein herrliches Zimt-Apfelmuss mit Granatapfel-Kernen gereicht. Ganz im Zeichen der Symbolik des Granatapfels, welcher auch für die Sünden der Menschen steht, die im Leben und Sterben Jesu Christi ein für alle Mal vergeben sind.

Gestärkt durch viele spannende Eindrücke aus der christlichen Speisekultur machten sich die Gäste auf dem Heimweg.

 

Dinah Hess, Delegierte des Zentrums für Migrationskirchen der reformierten Kirche des Kantons Zürich.