Koscher Kochen
Erlebnisbericht zur Veranstaltung der ICZ im Rahmen der «Woche der Religionen» 2024 in der Helferei
5. November 2024, Franziska Driessen-Reding, Religionsdelegierte Direktion der Justiz und des Innern
Essen verbindet – über kulturelle und religiöse Grenzen hinweg. Viele Religionen kennen Speisevorschriften. Im katholisch geprägten Christentum gibt es die Fastenzeit, in der traditionell auf Fleisch verzichtet wird. Im Hinduismus ist der Verzehr von Rindfleisch ein Tabu. Die islamische Tradition richtet sich nach halal und haram, das Judentum nach koscher und unkoscher. Im Rahmen der WdR hatte die ICZ zu einem jüdischen Kochkurs eingeladen, in dem die Teilnehmenden die wichtigsten jüdischen Speisevorschriften kennen lernten und praktisch umsetzen.
Rabbiner Noam Hertig erklärte, dass die Speisegesetze einen speziellen Grund haben. Sie haben entweder praktische Gründe oder sind Ausdruck von Respekt gegenüber der Schöpfung und der Tradition. Ein Beispiel: Beim Aufschlagen roher Eier wird darauf geachtet, dass diese frei von Blutspuren sind. Die Speisegesetze haben auch Folgen für das Einkaufsverhalten: Es gibt Apps, mit denen Jüd*innen beim Einkaufen überprüfen können, ob das Produkt koscher ist oder nicht.
Nach Stunden des gemeinsamen Schnippelns, Kochens und Backens unter der Anleitung von Meisterkoch Elli Benaiah entstand ein köstliches koscheres Menü, das die 20 Teilnehmenden beim gemeinsamen Essen im Anschluss geniessen konnten. Gespräche zum interreligiösen Dialog im Allgemeinen und zum Judentum im Besonderen inklusive! Mit einem Glas koscheren Weines stiessen die Teilnehmenden auf das Leben an: Lechaim!
Wieder einmal zeigte sich: Essen verbindet – interkultureller und interreligiöser Dialog kann ganz einfach sein. Vielen Dank Shirtai Holtz und seinem Team für einen köstlichen Abend im wahrsten Sinne des Wortes! Lechaim!
