Geben und Nehmen im Wandel der Zeit
Erlebnisbericht zur Veranstaltung «Karma, Gott und Natur bei Brahma Kumaris» aus der Reihe «Bewahrung der Schöpfung. Religionsgemeinschaften und Umweltschutz» im Brahma Kumaris Rajyoga-Meditationszentrum
8. Mai 2025, Claudia Geiser, Geschäftsstelle ZFR
Knapp 30 Personen fanden sich am 8. Mai 2025 im Brahma Kumaris Rajyoga-Meditationszentrum in Zürich-Oerlikon ein, wo der erste, ausgebuchte Abend der Veranstaltungsreihe «Bewahrung der Schöpfung. Religionsgemeinschaften und Umweltschutz» stattfand.
Nach einer kurzen Begrüssung durch Mirjam Läubli vom Zürcher Forum der Religionen hiessen Anna Ziegler, Ursula Breuss und Mathias Steffen von Brahma Kumaris die Anwesenden willkommen und führten sie abwechslungsweise durch den Abend. Zuerst erzählten sie, dass Brahma Kumaris in den 1930er-Jahren in Indien durch Brahma Baba gegründet wurde, der die Leitung bald in die Hände von Frauen übergab. Obwohl die Gemeinschaft Meditationszentren in 140 Ländern führt, ist sie in der Schweiz wenig bekannt, im Zürcher Zentrum leben nur rund 15 Aktive.
Anschliessend erfuhren die Anwesenden, dass Brahma Kumaris alle Menschen als Seelen in einem physischen Körper und als zusammengehörige Familie sieht, die von der höchsten Seele, dem höchsten, wohlwollenden und immer gebenden Licht abstammt. Neben der Meditation ist für ihre Mitglieder auch die Bewahrung der Schöpfung zentral, deshalb bringen sie beispielsweise spirituelle Aspekte des Klimaschutzes bei den UNO-Klimakonferenzen ein, leben möglichst einfach und ressourcenarm oder fördern in Indien Solaranlagen und biologische Landwirtschaft.
Nach einer ersten kurzen Meditation erläuterten die Gastgebenden, dass für Brahma Kumaris das Bewusstsein einen direkten Zusammenhang mit der Umwelt hat, weil es bestimmt, wie man lebt. Dann erklärten sie ausführlich ihr zyklisches Weltbild. Es besagt, dass sich alle natürlichen Phänomene unabänderlich wiederholen und dass alles zuerst neu (oder rein) ist und dann alt (oder unrein) wird, wie eine Batterie, die sich leert oder wie eine Ordnung, die zu Unordnung wird.
Aus dieser Sicht ist die Umwelt in einem reinen Zustand, wenn es auch die Seele ist; man lebt in Harmonie mit der Natur und erhält von ihr alles Notwendige. Viele Religionen und Kulturen kennen einen solchen leidlosen Zustand, den sie beispielsweise Paradies oder Goldenes Zeitalter nennen. Gemäss den Gastgebenden entspricht das dem Frühling (gelb) auf dem Bild an der Wand mit der Erde im Zentrum.
Auf das Goldene folgt das Silberne Zeitalter, der Sommer (hellblau), der noch energiespendend ist, aber weniger rein. Dann beginnen die Menschen sich jedoch leer zu fühlen, konsumieren immer mehr, und das Bronzene Zeitalter, der Herbst (rot), beginnt. Die Menschen ernten, was sie gesät haben, beginnen sich aber auch mit äusseren Dingen zu identifizieren, werden unzufrieden und verbrauchen übermässig Ressourcen, es geht Energie verloren. Schliesslich beginnt das Eiserne Zeitalter, der Winter (dunkelviolett), er entspricht der Nacht der erschöpften Seele und der (Um-)Welt. Der Kreislauf endet leidvoll.
Wenn man jetzt eine positive Veränderung schaffen möchte, muss man gemäss Brahma Kumaris bei sich selber anfangen («Wenn ich mich verändere, verändert sich die Welt»), beispielsweise durch Engagement für Frieden. Die Gastgebenden erklären, dass dabei das immer Liebe ausstrahlende höchste Licht helfen kann, das für ein kurzes, glückverheissendes Übergangszeitalter erscheint (oben im Kreis). Es entzündet das innere Licht der Menschen wieder, so dass die Seele sich auf einen neuen Zyklus und einen neuen Schöpfungsprozesses einstellen kann. An diesem können alle teilhaben, wenn sich genügend Seelen beteiligen.
Damit endete der Vortrag, und die Anwesenden erhielten ihre zahlreichen Fragen beantwortet. Nach einer weiteren gemeinsamen Meditation erhielten sie eine kleine Süssigkeit und einen Snack, und viele nutzen die Möglichkeit, sich mit den anderen Gästen und den Gastgebenden austauschen und lobten die spannenden und lebensnahen Einsichten in das Weltbild von Brahma Kumaris.
