Auf Besuch bei den Baye Falls
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 im jenseits IM VIADUKT
8. November 2025, Deniz Yüksel, Fachstelle Integration Kanton Zürich
Der erste Samstagabend im Rahmen der Woche der Religionen 2025 bot einen eindrücklichen Einblick in die spirituelle Vielfalt Senegals. Nach der Begrüssung durch die Organisatorin Lara Francesca Cucinotta, dem katholischen Seelsorger des jenseits im Viadukt begrüsste Isma Sène, Präsident des senegalesischen Vereins Zürich, die Besucher*innen mit einem ersten Einblick in die muslimischen Strömungen des Landes, insbesondere die Muriden-Bruderschaft und die Rolle der Dairas als spirituelle Gemeinschaften. Isma Sène sprach teils auf Französisch, teils auf Deutsch über den Scheikh Amadou Bamba und die Verbindung von Glaube und Alltag.
Die Religionswissenschaftlerin Alice Küng von Relinfo führte die Geschichte des Islams in Senegal seit dem 11. Jahrhundert aus und erläuterte die Bedeutung von Touba als religiösem Zentrum sowie die Besonderheiten der Baye Fall-Bewegung, deren Mitglieder Spiritualität durch körperliche Arbeit, Gewaltlosigkeit und künstlerischen Ausdruck leben.
Im Anschluss folgte eine Lesung der Glaubensgemeinschaft, die in der Mitte des Raums im Kreis am Boden sass. Die Lesung glich einem gemeinsamen Gesang (Dhikr) – eine rhythmisch-meditative Form des Gedenkens an Gott, die den Raum mit eindringlicher Energie erfüllte.
Nach dem Apéro mit Kaffee Touba – einem gesegneten und gewürzten Kaffee – und Gebäck erklangen gesungene Gebete, begleitet von Trommeln – ein kraftvoller Abschluss, der Spiritualität, Musik und Gemeinschaft vereinte. Die Baye Fall-Community trifft sich alle zwei Wochen in der Autonomen Schule Zürich, um ihre Rituale durchzuführen.
