Filmvorführung «Rapito. Die Bologna-Entführung»
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 in der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ)
13. November 2025, Claudia Geiser, Geschäftsstelle Zürcher Forum der Religionen
Rund 60 Personen besuchten die Vorführung des Spielfilms «Rapito. Die Bologna-Entführung», den SERET (Filmclub für Kino aus der jüdischen Welt) in den Räumlichkeiten der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ICZ am 13. November zeigte. Susanne Scheiner, Vorstandsmitglied von SERET, begrüsste das Publikum mit ein paar Worten zum Regisseur Marco Bellocchio, bevor der lange, aber spannende und aufwühlende Film begann.
Er beruht auf wahren Begebenheiten: Auf der Entführung des siebenjährigen Edgardo Mortara 1858. Der jüdische Junge war als Säugling heimlich vom Dienstmädchen der Familie getauft worden. Jahre später, nachdem der Inquisitor davon erfahren hatte, wurde Edgardo auf Geheiss von Papst Pius IX. seiner Familie entrissen, um in einem katholischen Internat erzogen zu werden. Während Edgardo lernte, lateinisch zu beten und die katholische Lehre zu verinnerlichen, vermisste ihn seine Familie schmerzlich.
Obwohl sich auch jüdische Gemeinden im Ausland empörten und zahlreiche Karikaturen dazu erschienen, gab der Papst Edgardo nicht frei. Dieser wurde zu einem seiner Lieblinge und schliesslich zu einem überzeugten Prediger. 1870 bat ihn sein Bruder, mit ihm heimzukehren, doch Edgardo entgegnete, er sei nicht entführt worden, sondern habe sich frei fürs Christentum entschieden.
Im Anschluss an den Film moderierte Susanne Scheiner ein Gespräch mit Rabbiner Ruven Bar Ephraïm und Professor Dominik Markl SJ. Sie streiften Themen wie Zwangstaufen, das Verhältnis von Kirche und Staat, die Veränderung der christlichen Lehre in den letzten Jahrzehnten und Aspekte des Films, etwa das damalige Leben der Jüdinnen und Juden als kleine Minderheit oder Edgardos Entwicklung zum katholischen Missionar.
Obwohl sich auch jüdische Gemeinden im Ausland empörten und zahlreiche Karikaturen dazu erschienen, gab der Papst Edgardo nicht frei. Dieser wurde zu einem seiner Lieblinge und schliesslich zu einem überzeugten Prediger. 1870 bat ihn sein Bruder, mit ihm heimzukehren, doch Edgardo entgegnete, er sei nicht entführt worden, sondern habe sich frei fürs Christentum entschieden.
Im Anschluss an den Film moderierte Susanne Scheiner ein Gespräch mit Rabbiner Ruven Bar Ephraïm und Professor Dominik Markl SJ. Sie streiften Themen wie Zwangstaufen, das Verhältnis von Kirche und Staat, die Veränderung der christlichen Lehre in den letzten Jahrzehnten und Aspekte des Films, etwa das damalige Leben der Jüdinnen und Juden als kleine Minderheit oder Edgardos Entwicklung zum katholischen Missionar.
