Koscher Kochen
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 in der Helferei
12. November 2025, Cemile Ivedi, Geschäftsstelle Zürcher Forum der Religionen
Kaschern bedeutet «vorbereiten» – nicht nur das Essen, sondern auch Küche, Geschirr, Herdplatten und der Ofen müssen den halachischen Regeln entsprechen, erklärte Rabbiner Noam Hertig zu Beginn des Abends. Er erläuterte, wie eine Küche koscher gemacht wird und warum Vorbereitung in der jüdischen Tradition so zentral ist.
Während die zwölf Teilnehmenden Fragen stellten, blubberte im Hintergrund das Wasser in grossen Töpfen. Darin lag kein Essen, sondern Besteck, das gerade gekaschert wurde. Die Töpfe waren so voll, dass das Wasser überkochte und auf den Herdplatten zischte.
Der grosse Tisch in der Mitte war gedeckt mit frischen Zutaten: Karotten, Weisskohl, Erdnüssen, Rettichen, Gewürzen, Ölen und Kräutern.
Koch Elli Benaiah hatte ein Menü zusammengestellt: eine Reise von Bagdad über Indien, Burma und Singapur bis nach Japan. Sie erzählt, wie jüdisches Essen sich weltweit an lokale Zutaten angepasst hat. Bald wurde geschnitten, gerüstet und gelacht. Zwischendurch wurde probiert. Sogar das Fernsehen kam vorbei: Ein Team von «Schweiz aktuell» filmte live.
Schliesslich standen die Speisen bereit: Mango-Apfel-Chutney, burmesische Kokos-Nudelsuppe, Weisskohlsalat, Singapur-Curry und japanisches Linsen-Curry. Dazu Jasminreis und Basmatireis.
Im oberen Stock war der lange Tisch gedeckt. Bevor gegessen wurde, sprach der Rabbiner ein Gebet. Die Teilnehmenden – christlich, hinduistisch, jüdisch, muslimisch – sassen beisammen, kosteten, erzählten und lachten.
Auch beim Abwaschen und Putzen wurde weitergeredet. Ein Abend, der zeigt, wie lebendig, sinnlich und verbindend interreligiöser Dialog sein kann.
