Religionsoffener Gottesdienst und Begegnung
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2024 in der Kirche Enge
10. November 2024, Marc Bundi, Reformierte Kirche Kanton Zürich
Unter dem Motto «Hören – den Frieden bringen» feierten in der Kirche Enge 150 Personen einen religionsoffenen Gottesdienst, der vom Chor Schir Chadasch der Jüdisch Liberalen Gemeinde, vom Solisten Robert Braunschweig, vom Ensemble KachArba sowie von Philipp Mestrinel am Klavier gesanglich und musikalisch umrahmt wurde. Den Auftakt bildete das Lied für den Frieden «Shalom aleichem». Pfarrerin Jacqueline Sonego Mettner begrüsste die Anwesenden, insbesondere eine Schulklasse der Kantonsschule Zürich Nord, sowie Imam Kaser Alasaad von der Islamischen Gemeinschaft Volketswil, Rabbiner Ruven Bar Ephraïm von der Jüdisch Liberalen Gemeinde Or Chadasch in Zürich und Kirchenratspräsidentin Esther Straub.
Foto: Matthias Mettner.
In einleitenden Worten verwies Pfarrerin Sonego Mettner auf die Bedeutung des Hörens, des Aufeinander-Hörens und Einander-Zuhörens in den abrahamitischen Religionen wie auch in der Gesellschaft. Diesen Ausführungen schlossen sich Rabbiner Bar Ephraïm und Imam Alasaad an. Gerade in der heutigen krisen- und konfliktbeladenen Zeit sehen auch sie das Anhören und Wahrnehmen des Gegenübers als unabdingbare Voraussetzung für gegenseitige Verständigung und ein friedliches Zusammenleben. Als Zeichen der Verbundenheit mit allen Menschen, die von Krieg und Konflikt betroffen sind und als Zeichen der Hoffnung zündeten Pfarrerin Sonego Mettner, Rabbiner Bar Ephraïm und Imam Alasaad drei grosse Kerzen an, an denen die Teilnehmenden des Gottesdienstes in stiller Andacht ihrerseits kleine Kerzen anzünden und in dafür bestimmte Schalen stellen konnten.
Foto: Matthias Mettner.
Im Anschluss an dieses berührende Kerzenritual überbrachte Kirchenratspräsidentin Esther Straub Grussworte des Zürcher Kirchenrats. In ihren Worten betonte sie die Wichtigkeit, religionsverbunden zu feiern, gemeinsam Anteil zu nehmen und den Opfern von Krieg zu gedenken – und für Frieden und Freiheit einzustehen. Sie bedankte sich für die Initiative zum religionsoffenen Gottesdienst und für das Engagement der Anwesenden, Zeichen für den Frieden auszusenden und Zeichen der Solidarität zu setzen. Nach einem Bittgebet und dem Segen bildete der Wunsch um Frieden «Donna nobis pacem» – im Kanon gesungen – den Abschluss des Gottesdienstes. In Anschluss daran waren alle Anwesenden zu einem koscheren Apéro mit Bagels im Kirchgemeindehaus an der Bederstrasse eingeladen. Dabei hatte man die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, einander zuzuhören, sich auszutauschen und miteinander in Verbindung zu treten.
