Was steht im Koran?
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 im Iman Zentrum
9. November 2025, Kathrin Rehmat, evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich
Imam Kaser Alasaad betont mit deutlicher Freude die gute Chance für uns alle, unseren Glauben zu zeigen und einander kennen zu lernen. Es sind viele Leute da, etwa 150 und gut gemischt in Alter, Geschlecht und Religionszugehörigkeit, überwiegend wahrscheinlich Christ*innen. Im interreligiösen Dialog ist Imam Alasaad ebenfalls aktiv und sein Wirken wird von vielen geschätzt.
In einer freundlichen Atmosphäre öffnete die Moschee ihre Türen und begrüsste die Gäste mit einer kleinen Geste der Gastfreundschaft: auf jedem Stuhl lagen eine verpackte Dattel, eine Wasserflasche und ein Taschentuch. Der Vortrag wurde in Hochdeutsch gehalten und durch eine PowerPoint-Präsentation unterstützt; die Unterlagen stehen Interessierten als PDF zur Verfügung.
Inhaltlich führte Imam Alasaad zunächst in Offenbarung, Sammlung, Verschriftlichung und Überlieferung des Korans ein und zeichnete ein Bild seiner Kernaussagen. Er stellte die grossen Sinnfragen nach Herkunft, Zweck und Ziel des Menschen vor, beleuchtete die Rolle der Prophetengeschichten – besonders die Erzählung von Moses – und ging auf Ethik, Gebet, soziales Handeln sowie Werte und gute Umgangsformen ein. Besondere Akzente legte er auf Barmherzigkeit, Frieden, Zusammenarbeit, Freiheit und Liebe. Er verwies auf Koranstellen zur Zuneigung gegenüber Juden und Christen und zur Religionsfreiheit und erklärte Dschihad als innere Anstrengung; Kampf werde im Koran in Kontexten der Verteidigung thematisiert. Deutlich sprach er an, dass Rassismus im Islam eine schwere Sünde ist.
Nach rund einer Stunde folgte eine Fragerunde zu Frauenrechten, Sunnit*innen und Schiit*innen sowie zum Miteinander in der Schweiz. Die Antworten wurden mit kräftigem Applaus gewürdigt und machten Mut, ähnliche Formate fortzusetzen.
