Wesensgleichheit alles Lebenden
Erlebnisbericht zur Veranstaltung «Wesensgleichheit alles Lebenden. Tier und Mensch im Buddhismus» aus der Reihe «Mitgeschöpfe. Die Bedeutung von Tieren in fünf Religionstraditionen» im Kulturzentrum Songtsen House.
11. Juni 2026, Suthakar Parameswaran, Delegierter des Murugan Hindu Tempel Adliswil
Ich besuchte am 24. Juni 2026 die Veranstaltung «Mitgeschöpfe» im buddhistischen Kulturzentrum Songtsen House, um mehr über den Buddhismus und die Bedeutung der Tiere in dieser Religion zu erfahren. Dabei erhielt ich viele interessante und teilweise überraschende Einblicke – insbesondere in die Liebe und das Mitgefühl, das Buddhist*innen Menschen und Tieren entgegenbringen.
Besonders überraschend fand ich die Erklärung, weshalb buddhistische Mönche nicht immer vollständig auf Fleisch verzichten, obwohl im Buddhismus häufig eine vegetarische Ernährung empfohlen wird. Während der Veranstaltung wurde erklärt, dass Buddha lehrte, eine in Liebe angebotene Speise dankbar anzunehmen. Für mich war diese Erklärung sehr einleuchtend.
Ausserdem lernte ich verschiedene Strömungen des Buddhismus kennen. In Sri Lanka ist vor allem der Theravada-Buddhismus verbreitet, der als älteste noch bestehende Tradition des Buddhismus gilt. Seine Lehren sind insbesondere in den in Pali überlieferten Texten des Tipitaka festgehalten.
Der im Songtsen House praktizierte tibetische Buddhismus wird dem Vajrayana-Buddhismus zugeordnet. Seine religiösen Schriften und Überlieferungen liegen vor allem in tibetischer Sprache vor und gehen teilweise auf Texte in Sanskrit zurück.
Gleichzeitig möchte ich meine persönliche Haltung zu einem verwandten Thema festhalten. Tiere und ihr Wohlergehen liegen mir sehr am Herzen. Gerade deshalb beschäftigt mich die Frage, ob es immer ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht, wenn Hunde, Katzen, Vögel oder andere Tiere hauptsächlich in Häusern oder Käfigen gehalten und dadurch teilweise von ihren Artgenossen getrennt werden.
Meiner Ansicht nach benötigen Tiere nicht nur menschliche Zuneigung und Fürsorge, sondern auch ausreichend Freiheit, Bewegung, natürliche Beschäftigungsmöglichkeiten und – je nach Tierart – den Kontakt zu Artgenossen. Sie haben eigene Bedürfnisse, Verhaltensweisen und Formen der Kommunikation, die wir respektieren sollten. Für mich bedeutet echte Tierliebe deshalb auch, die Freiheit und Eigenständigkeit eines Tieres zu achten und verantwortungsvoll zu prüfen, welche Lebensform seinem Wohlergehen am besten entspricht und ihm nicht den Willen der Menschen aufzuzwingen.
Die Teilnahme an dieser gelungenen Veranstaltung war für mich eine sehr bereichernde und informative Erfahrung. Den Organisator*innen möchte ich dafür meinen herzlichen Dank aussprechen.
