«Architektur der Unendlichkeit». Der Magie sakraler Räume auf der Spur
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2024 in der Paulus Akademie
5. November 2024, Claudia Geiser, Geschäftsstelle Zürcher Forum der Religionen
Rund 70 Personen versammelten sich am 5. November 2024 um 18.30 Uhr in der Paulus Akademie zu «Film & Talk»; gezeigt wurde der Film «Architektur der Unendlichkeit» von Christoph Schaub, anschliessend gab es ein Gespräch mit dem Regisseur.
Nach der Einleitung durch Veronika Bachmann (Leiterin Fachbereich Theologie und Religion der Paulus Akademie) folgten die Anwesenden der filmischen Reise von Christoph Schaub zu verschiedenen Orten, Menschen und Gebäuden auf der Suche nach der Magie sakraler Räume. Diese Räume schützen einerseits vor Unbekanntem, Gefährlichem oder auch der Weite und schaffen andererseits durch die Begrenzung ein Gefühl für die Unendlichkeit. Beispiele dafür sind die Bruder-Klaus-Feldkapelle in Mechernich-Wachendorf und das Kolumba-Museum in Köln von Peter Zumthor. Weitere Gebäude und Installationen, die im Film vorgestellt werden, sind Peter Märklis «La Congiunta» im Tessin, die Marienkirche in Marco de Canaveses von Alvaro Siza Vieira, James Turrells «Piz Uter» in Zuoz und die «Tres Aguas»-Reliefs in Toledo von Cristina Iglesias.
Nach dem Ende des Films und einer kurzen Pause erzählte Christoph Schaub im Gespräch mit Beatrice Frei Guélat (Geschäftsführerin Zürcher Institut für interreligiösen Dialog ZIID), dass er schon immer Kirchen in verschiedenen Städten besuchte. Sie sind für ihn emotional besetzt, was auch auf seine Kindheitserinnerungen zurückgeht – Ähnliches berichteten auch einige der im Film Porträtierten. Die lehrreichen Begegnungen mit den Architekten und den Kunstschaffenden bekräftigten den Regisseur darin, diesen sehr persönlichen Film zu machen, der wie seine anderen Filme die Zuschauenden berühren und verändern soll. Deshalb freut es ihn sehr, dass Frei Guélat den Film als Meditation und Reise erlebte. Ganz zentral für Schaub und seinen Film ist der auch von Peter Märkli zitierte Satz von Nikolaus von Kues, der schon im 15. Jh. festhielt, dass der Mittelpunkt überall und die Grenzen nirgends seien. Zudem betont Schaub, dass nicht nur Kirchen Sakralräume sein können, sondern alle Räume, in denen Transzendenz stattfindet und Grenzen überschritten werden können, und seien es so alltägliche und profane Räume wie die Bahnhofshalle in Zürich.
Nach zahlreichen Fragen aus dem Publikum wurden die Teilnehmenden zum Apéro eingeladen, wo sie sich untereinander und mit dem Regisseur und den Gastgeberinnen über den ebenso spannenden wie berührenden Film austauschen konnten.
