Swiss Quakers
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 im Kirchgemeindehaus Hottingen
9. November 2025, Claudia Geiser, Geschäftsstelle Zürcher Forum der Religionen
Die Swiss Quakers boten auch 2025 im Rahmen der «Woche der Religionen» eine schweigende Andacht an. 13 Leute fanden sich am Samstagnachmittag in einem Seminarraum des Alterszentrums Hottingen dazu ein. Denise Vosseler, die Leiterin der Andacht, erklärte nach der Begrüssung, dass Quäker eigentlich ein Spottname sei, sie selbst nennen sich Religiöse Gesellschaft der Freunde. In der Schweiz sind es rund 150 Personen. Die Andacht ist das Herzstück der Quäker*innen, sie hoffen, darin die Stimme des Geistes zu hören, und die Anwesenden waren eingeladen, gemeinsam eine Stunde in die Stille zu gehen.
Diese Ruhe wurde nur einmal von einem Quäker unterbrochen, der mit einem Bibelzitat die Eigenbezeichnung «Freunde» erklärte: In Johannes 15 nannte Jesus diejenigen Freunde, denen er alles kundgetan hatte, und gebot ihnen, sich zu lieben.
Zum Abschluss der Andacht reichten sich alle die Hände, und Denise Vosseler erklärte, dass in der Stille eine Verbundenheit mit allem entstehen könne. Dann folgte eine kurze Vorstellungsrunde der sieben Quäkerinnen und Quäker. Manche waren schon Jahrzehnte dabei, andere erst seit kurzem. Einige kamen aus anderen Religionsgemeinschaften, andere fanden erst über die Quakers wieder zum Glauben. Eine Quäkerin betonte den göttlichen Funken in jedem Menschen; eine andere schätzte die Kultur der Erfahrung.
Die Gäste nutzten den Anlass, um mehr über die Gemeinschaft zu erfahren. Sie fragten nach dem Leben nach dem Tod, der Andacht, wichtigen Büchern und der Organisation. Es wurde deutlich, dass es im Quäkertum grosse Offenheit, keine Dogmen und keine zentrale Hierarchie gibt. Funktionen werden ehrenamtlich übernommen und Strukturen bestehen nur, wo nötig, etwa bei der UNO in Genf oder der EU in Brüssel, wo die Quäker*innen sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.
