Frag den Rabbiner
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 in der jüdischen liberalen Gemeinde Or Chadasch
12. November 2025, Bettina Bütikofer, Fachstelle Diversität, Integration und Antirassismus (DIA) der Stadt Zürich
Im Rahmen der «Woche der Religionen» fand in der jüdischen liberalen Gemeinde Or Chadasch in Zürich eine offene Fragerunde unter dem Titel «Frag den Rabbiner» statt. Rund zwanzig Interessierte nutzten die Gelegenheit, dem scheidenden Gemeinderabbiner Ruven Bar Ephraïm noch einmal persönlich zu begegnen und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Nach beinahe zwanzig Jahren im Dienst der Gemeinde in Wiedikon – und weiteren Jahren rabbinischer Tätigkeit in den Niederlanden – konnte Rabbi Bar Ephraïm auf einen reichen Erfahrungsschatz zurückgreifen.
Die Besucher*innen stellten eine breite Palette an Fragen, die unterschiedliche Aspekte des jüdischen Lebens, der Tradition und der Gemeindestrukturen betrafen. So ging es etwa um die verschiedenen Bezeichnungen für die Synagoge, um die jüdische Aufklärung (Haskala), um spezifische inhaltliche Fragen zum Alten Testament sowie um die Strömungen im Judentum. Ebenso interessierten sich die Gäste für die Ausbildung zum Rabbiner, für die Frage nach einer Art Ökumene im jüdischen Kontext und für die Finanzierung der Gemeinde sowie deren öffentlich-rechtliche Anerkennung.
Auch praktische Fragen aus dem Gemeindealltag wurden gestellt: der Anteil orthodoxer Juden in Zürich, die verwendete Sprache im Gottesdienst, der Zahlenwert hebräischer Buchstaben, sowie Aufgabenbereiche wie Seelsorge oder das allgemeine Pflichtenheft eines Rabbiners.
Rabbi Bar Ephraïm beantwortete alle Fragen einfühlsam, humorvoll und mit der passenden fachlichen Tiefe. Die Teilnehmenden zeigten sich dankbar für die offene Atmosphäre und die Möglichkeit, eine so persönliche und bereichernde Begegnung zum Abschluss seiner Amtszeit erleben zu dürfen.
