Die wunderschöne grüne Welt
Erlebnisbericht zur Veranstaltung «Umweltschutz im Islam» aus der Reihe «Bewahrung der Schöpfung. Religionsgemeinschaften und Umweltschutz» bei der albanisch-islamischen Gemeinschaft Zürich
26. Juni 2025, Kathrin Rehmat, Delegierte der evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich
Nach einer informativen und freundlichen Begrüssung durch den Präsidenten des 38-jährigen Moscheevereins, der mit rund 300 zugehörigen Familien in drei Generationen als einer von 80 solchen Vereinen in der Schweiz ein repräsentatives Bild für den in der Schweiz zunehmend verwurzelten Islam gibt, folgt ein Gruss vom Zürcher Forum der Religionen durch Mirjam Läubli.
Danach werden wir kompetent anhand von drei Grundthemen mit zwölf Beispielen von den Referierenden durch das Thema geführt:
Zuerst gibt uns der Imam einen theologischen Impuls, der unseren Blick schärft für die Dramatik der unübersehbaren Ausmasse des Klimawandels im Verhältnis zu unseren begrenzten Bemühungen. Mutige Schritte, gesunden Menschenverstand und dass es gelingen möge den Mangel an Fürsorge zu überwinden. Insbesondere legt er uns die selbstkritische Frage ans Herz. Die Beispiele, rezitiert und vorgelesen führen uns zuerst zum Begriff vom «Statthalter auf Erden», der arabisch Khalifa heisst und in vielen koranischen Texten vorkommt – er ist achtsam, gerecht und nachhaltig. In der Sure, die Kuh (Baqara V30) ist von seiner Einsetzung die Rede. Er ist «Statthalter und nicht Besitzer», die Welt ist so wunderschön und grün, die Engel zweifeln, ob wir Menschen die göttliche Ordnung recht verstehen, sie helfen uns aber auch. Gute Taten ziehen Gottes Barmherzigkeit an, der Begriff der «Zedaka», der Gerechtigkeit ist sehr deutlich eingewoben in der islamischen Religion, dazu gehört das Wissen um die Relevanz des Pflanzens von Bäumen, die Beschäftigung mit Fragen des rechten Masses, das Verschwendung überwindet und das Gebet. Islamwissenschaftliche Beiträge und Quellenklärungen tragen dazu bei zu einem Schöpfungsverständnis zu gelangen, das Tiere und Menschen und Pflanzen, die ganze Schöpfung bewusst gemeinschaftlich verbindet.
Auch, dass der Durst und die Barmherzigkeit zusammenhängen und was die Pilgerreisen (Hinweis auf Reisebüros mit CO2 Ausgleich) bedeuten, wird uns so nah gebracht, dass wir verstehen können, dass unser Handeln oder Unterlassen entscheidend ist. Eine globale Deklaration und die Umweltbroschüre der VIOZ vom Jahr 2015 tragen mit dazu bei, dass das Bewusstsein wächst. Die Hinweise auf ethische Fragen, Fatwas und die Rolle der Engel führen uns zum Austausch in Gruppen über unser Bewusstsein, die 19 UNO-Ziele und weitere Beobachtungen aus dem Kreis der Teilnehmenden. Dass die fünf Gebete pro Tag daran erinnern, wie relevant es ist Mitgefühl und Barmherzigkeit zu üben und durch sie der Welt Sorge zu tragen, ist eine Konsequenz dieser Grundlagen.
Ein feiner Apéro wird offeriert und es wird noch eine Weile in angenehmer Stimmung ausgetauscht. Ein lehrreicher Impuls, der mit Gewinn weiter vertieft werden kann. Wir gehen angeregt und dankbar nach Hause.
