Die buddhistischen Glückssymbole
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2024 im Songtsen House
8. November 2024, Krishna Premarupa Dasa, Krishna Tempel Zürich
Mit der Öffnung nach oben aufgehängte Hufeisen über der Haustür sollen das Glück «aufsammeln», die vierblättrigen Kleeblätter symbolisieren Glaube, Hoffnung, Liebe und Glück, und auch das Schwein gilt als ein Zeichen für Wohlstand und Glück. Glücksbringer kennt man in allen Kulturen; der heutige Abend war den tibetisch-buddhistischen religiösen Glückssymbolen gewidmet, die sowohl spirituelles als auch materielles Glück bringen sollen.
Gastgeber war das Songtsen House in Zürich-Oerlikon, das sich seit fast drei Jahrzehnten der Förderung der tibetischen Kultur widmet. Die rund dreissig Besucher*innen, die einer Buddha Statue und einem grossen Bild des Dalai Lamas gegenüber sassen, erwartete ein spannender Abend.
Nach einer kurzen Begrüssung führte uns Lobsang Zatul, der sympathische Fachmann an diesem Abend, in die Welt der buddhistischen Glückssymbole ein. Zum Einstieg zeigte uns Lobsang ein beeindruckendes Bild vom «Dach der Welt», dem Mount Everest, seiner Heimat, wie er, mit Blick auf den über 8800 Meter hohen Berg, sagte. Lobsang wurde in Tibet geboren und kam in den 60er Jahren mit seinen Eltern in die Schweiz. Der Vortrag begann mit der Erklärung wichtiger tibetischer Begriffe, die das Konzept der Glückssymbole beschreiben. «Tashi Delek» ist ein tibetischer Gruss, der oft mit «Glück und Segen» oder «Möge Glück und Wohlstand dir zuteilwerden» übersetzt wird. Anschließend erfuhren die Teilnehmenden die Bedeutung der acht Glückssymbole und wie sie uns Glück schenken können:
Das Dharma-Rad (Dharmachakra) – Symbolisiert die Lehre des Buddha und den Weg zur Erleuchtung.
Die Lotusblume (Padma) – Steht für Reinheit und spirituelle Erleuchtung, da die Blume in schmutzigem Wasser wächst, aber unberührt bleibt.
Der goldene Fisch (Ghandara-Matsya) – Repräsentiert Glück und Freiheit. Die Fische symbolisieren das Leben im Wasser der Weisheit und das Fehlen von Fesseln.
Der Unendliche Knoten (Shrivatsa) – Ein Symbol für die Verbundenheit aller Dinge und den ewigen Zyklus von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt.
Der Schirm (Chhatra) – Symbolisiert den Schutz vor negativen Einflüssen und das Streben nach Wohlstand und Frieden.
Der Schatzgefäss (Kalasha) – Steht für Überfluss und Wohlstand.
Die weiße Muschel (Shankha) – Wird als Symbol für das Erreichen der höchsten Wahrheit und den Klang des Dharma betrachtet.
Das Siegesbanner (Vijaya Dhvaja) – Repräsentiert den Sieg des Dharma über Ignoranz und Leiden.
Die Teilnehmenden lernten, dass die buddhistische Glückssymbole in vielen Bereichen des Alltags zu finden sind. Sie schmücken Wände als Kunstwerke oder Wandbilder, sind auf Papier wie Karten und Kalendern zu finden oder zieren Kleidung und Accessoires wie Schals und Schmuck. Diese Symbole sind jedoch nicht nur dekorative Elemente, sondern dienen als Werkzeuge, um die Lehren des Buddhas in Erinnerung zu rufen und zu Achtsamkeit und Reflexion anzuregen.
Die Liebe zum Detail und die Vielfalt, mit der den Teilnehmenden das Thema nähergebracht wurde, war beeindruckend. So zeigte Lobsang uralte tibetische Geldscheine und Münzen, auf denen einige der Glückssymbole abgebildet waren. An der Wand hing eine Fahne mit der Darstellung aller acht Symbole in einem. Lobsang schrieb zudem die Namen der Teilnehmenden in Tibetisch und verzierte für sie Karten mit den Glückssymbolen. Zum Abschluss gab es tibetischen Buttertee, selbstgebrauten Reiswein und für alle Teilnehmenden eine «Khatag», ein traditionelles, weisses Glückstuch. Die Teilnehmenden schienen rundum glücklich zu sein – kein Wunder bei so vielen Glückssymbolen!
