Frieden aus dem Glauben
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 in der SERA Stiftung Zürich
10. November 2025, Cemile Ivedi, Geschäftsstelle Zürcher Forum der Religionen
Am Abend des 10. Novembers füllte sich der helle Saal der SERA-Stiftung mit einer besonderen Stimmung: rund 40 Menschen kamen zusammen, um über Gewaltfreiheit im Islam und Christentum zu sprechen. Gastgeber war der SERA-Buchclub, der alle zwei Monate Räume für Dialog, Inspiration und gemeinsames Nachdenken eröffnet.
Den Auftakt machte Berfin Xaaji mit einem Input zur Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Sie stellte das bekannte Vier-Schritte-Modell vor und lud anschliessend zu einer interaktiven Gruppenphase ein. In kleinen Runden sprachen die Teilnehmenden darüber, was Frieden im eigenen Glauben und Alltag bedeutet und wie er gelebt werden kann.
Darauf folgte Mustafa Özdamar, der mit grosser Leidenschaft über islamische Friedenslesarten sprach. Er stellte 14 koranische Prinzipien vor und zitierte Hadithe, die Gewaltlosigkeit als Herzstück des Glaubens hervorheben.
Danach sprach Hansueli Gerber über die Täuferbewegung und zog Parallelen zur Hizmet-Bewegung. Er hob die geistige Gelassenheit hervor, die das Täufertum prägt, eine Haltung, die jede Form von Gewalt ablehnt und sich am Gebot Jesu aus der Bergpredigt orientiert.
In der anschliessenden Diskussion wurde unter anderem darüber gesprochen, dass Gewaltlosigkeit nicht in erster Linie eine Frage des Erfolgs, sondern der Gerechtigkeit ist.
Zum Abschluss luden die Gastgeberinnen Berfin Xaaji und Kıymet Işık alle ein, ihre eigenen Friedensimpulse auf kleine Zettel zu schreiben und an einer Pinnwand zu teilen. Diese Einladung wurde rege angenommen. Bei leckeren Speisen und angeregten Gesprächen klang der Abend in einer friedlichen, herzlichen Atmosphäre aus.
