Am Anfang war das Wort
Erlebnisbericht zur Veranstaltung «Schöpfungsgeschichte im Judentum» aus der Reihe «Vom Anfang der Welt. Schöpfungsgeschichten in den Religionstraditionen» in der Israelitischen Religionsgesellschaft Zürich
21. Mai 2024, Tobias Grimbacher, Delegierter der katholischen Kirche im Kanton Zürich
Zur Eröffnung der neuen Veranstaltungsreihe «Vom Anfang der Welt» fanden sich ca. 50 Interessierte zur ausgebuchten Veranstaltung in der Synagoge der israelitischen Religionsgesellschaft Zürich (IRG) ein.
Referentin Mirjam Treuhaft führe die Anwesenden gekonnt durch die Schöpfungserzählung von der Erschaffung der Welt und der Menschen, mit der die Tora (und damit auch die christliche Bibel) beginnt. Dabei zeigte sie immer wieder, wie das Wort der Schrift und ihre eigene Lebenspraxis (beispielsweise und stellvertretend für die Lebenspraxis ihrer Glaubenstradition) einen inneren Bezug zueinander haben, wie Schrift und Leben sich ergänzen, wie sich biblisches Wort und heutige Lebenswirklichkeit bereichern.
Inhaltlich möchte der Berichtschreiber zwei Aspekte hervorheben: Zum einen das Tohuwabohu («äs Gnusch», ungeklärt und ungeschieden), das vor der Schöpfung war und aus dem Gott alles schaffen konnte, was immer er wollte. Und zum anderen der Siebte Schöpfungstag, an dem Gott nicht einfach nur ausruht, sondern an dem die Schöpfung an ihr Ziel gekommen ist und Gott sieht, dass alles sehr gut ist.
Das traditionelle Judentum leitet daraus ab, dass man am Schabbat keine schöpferische Tätigkeit verrichten darf. Mirjam Treuhaft machte mit einem Bund praktischer Beispiele klar, dass dies eben kein belastendes Verbot ist, sondern dass es das Leben ganz praktisch bereichern kann, wenn man z.B. jede Woche für 24 Stunden offline ist und für einmal kein Ziel verfolgt ausser zu sein.
