Der Garten Eden und sein Erbe
Erlebnisbericht zur Veranstaltung «Schöpfungsgeschichte im Christentum» aus der Reihe «Vom Anfang der Welt. Schöpfungsgeschichten in den Religionstraditionen» in der Augustinerkirche Zürich
20. Juni 2024, Shirtai Holtz, Delegierter der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ)
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Schöpfungsgeschichten» fand am 20. Juni 2024 ein Anlass in der christkatholischen Augustinerkirche zum Thema «Der Garten Eden und sein Erbe. Schöpfungsgeschichten im Christentum» statt. Die Veranstaltung erweckt grosses Interesse, sodass die rund 45 Personen am Anlass anwesend waren. Die Teilnehmenden wurden im Anschluss an den Anlass zu einem «kleinen» Aperos eingeladen. Die Augustinerkirche sorgte bereits für eine passende Atmosphäre… schlicht, authentisch und imposant.
Nach einem kurzen Einstieg und Rückblick zu vergangenen Anlässe von Mirjam Läubli vom ZFR leitet Lars Simpson, Pfarrer der christkatholischen Kirche im Kanton Zürich und Delegierter beim ZFR, durch den Abend.
Lars Simpson startet mit einem Bild van Goghs, welches die Baumwurzeln von einem Wald neben einem Spital zeigt. Baumwurzel symbolisieren, so Lars Simpson, ähnlich wie die Schöpfungsgeschichten, die Verankerung mit unserer Identität. So erzählt er über seine Familiengeschichte und Herkunftsgeschichte bevor er auf die religiösen Schriften bezugnimmt. Lars Simpson geht nach dem Ansatz die Schriften sowohl rückwärts- als auch vorwärts blickend durch Tradition und durch den Blickwinkel der Reflektion und Erfahrung zu betrachten. Er spricht über die beiden Schöpfungsberichte in Genesis nicht im Sinne des Kreationismus, sondern im dynamischen Denken. Lars Simpson spricht über den Garten Eden und Gärten ganz allgemein als heilige Orte. Der Wunsch aus Chaos eine Ordnung reinzubringen ähnlich wie bei einem choreografierten Tanz. So auch die Schöpfungsgeschichte, die nicht die Erschaffung der Welt alleine, sondern die Beziehung zu Gott, die Entwicklung und die Verantwortung als Geschöpfe darstellt, um auch in diese Beziehung Ordnung zu bringen.
Lars Simpson erwähnt die Beziehung des Menschen zu anderen Lebewesen in der Schöpfungsgeschichte und zeigt auf, dass das Idealbild ein bewusster Umgang aufzeigt. Die Nutzung von Samen, Gräser und Tieren wird erwähnt, was aber keine Ausnutzung legitimiert, sodass das Idealbild einer vegetarischen Ernährung hier bereits den Ursprung findet. Lars Simpson nimmt Bezug auf die Kirchenfenster und deren Bezug zu den Schöpfungsmythen.
Wie zeigt sich die Schöpfungsgeschichte in der christkatholischen Tradition? Lars Simpson liest aus der Liturgie ein Eucharistiegebet und berichtet über das Kirchgesetz der christkatholischen Kirche, das Diakoninnen und Priesterinnen zulässt. Er berichtet über die Schliessung von gleichgeschlechtlichen Ehen seit dem Zeitpunkt, zu dem in der Schweiz die Ehe für alle erlaubt ist. Er macht den Bezug zur Schöpfungsgeschichte, mit dem Anspruch aktuell zu bleiben und neue Geschichten zu schreiben und mit der Zeit mitzugehen.
Lars Simpson schliesst mit einem Gebet aus der Schöpfungszeit (1. September – 4. Oktober).
Im Anschluss durfte das Publikum noch Fragen stellen, welche das grosse Interesse verdeutlichen konnte. Zum Abschluss dankt Mirjam Läubli allen Anwesenden und insbesondere Lars Simpson für den spannenden Einblick. Auch ich möchte mich herzlich bei Lars, für den spannenden und lehrreichen Abend bedanken und hoffe, seine Informationen wahrheitsgetreu und inhaltlich korrekt zusammengefasst zu haben.
