Musik und Religion
Die Lehren des Thirukkural
Erlebnisbericht zur Veranstaltung im Rahmen der «Woche der Religionen» 2025 im InterNationalhof
11. November 2025, Christof Meier, Fachstelle Diversität, Integration und Antirassismus (DIA) der Stadt Zürich
Die katholische Pfarrei «Maria Lourdes» in Seebach und die auf der anderen Strassenseite ansässige islamische Stiftung «SERA» pflegen einen regelmässigen Austausch. Im Rahmen der «Woche der Religionen» begrüssten Pfarrer Martin Piller und Stiftungspräsident Taner Hatipoğlu rund 40 Personen zur Veranstaltung «Musik und Religionen». Musikalisch vorgestellt und erläutert wurden neben Beispielen aus dem Christentum und dem Islam auch solche aus dem Judentum und der Bahá’í-Religion. Dazu wurden Rabbiner Ruven Bar Ephraïm sowie Alexis Semple eingeladen.
In der islamischen Welt wird Musik kontrovers diskutiert, wobei die gesungenen Koran-Rezitationen generell von grosser Relevanz sind. Auch wird der Musik traditionell heilende Kraft zugeschrieben. Der klagende Klang der Flöte «Ney» wiederum ist ein Symbol der Sehnsucht nach Gott und begleitet unter anderem die ekstatischen Tänze im Sufismus.
In der Bahá’í-Religion wird Musik für den Gesang von Gebeten oder zum Singen von heiligen Texten verwendet. Sie steht nicht im Vordergrund, sondern begleitet, unterstützt und ermutigt zur Einkehr.
Das für das Judentum bedeutsame Psalmenbuch ist eigentlich ein Musikbuch. Die Melodien variieren nach Tageszeit und können regional sehr unterschiedlich sein. Vorgestellt wurde zudem das Widderhorn, dem sich drei Töne entlocken lassen.
Im Christentum kamen nach der Trennung vom Judentum auch römische Traditionen dazu. Im Vordergrund stand lange der einstimmige gregorianische Gesang. Instrumente kamen erst nach der Reformation zum Einsatz. Eine neuere gemeinsame Tradition ist diejenige aus Taizé, die durch wiederholende Gesänge einen Klangteppich legt.
